Dr. Hubert M. Spoerri und Prof. Hermanus Westendorp

Mensch und Kunst

Kunstphilosophische Anthropologie

2002
35,- EUR (ISBN 3-89235-116-3)
Nur im Buchhandel oder direkt beim scaneg Verlag erhältlich


Jeder grundlegende Diskurs über Kunst wird diese nicht nur ausschließlich unter partiellen ästhetischen Gesichtspunkten betrachten sondern die Gesamtheit der Bedingungen und Kontexte, in denen sie stattfindet mit einbeziehen.
Künstlerische Praxis findet nun einmal in einem vielfältigen und differenzierten Netzwerk statt, das Produktion und Rezeption des Werks maßgeblich mitgestaltet. Solche Kontexte, seien sie nun sozialer, politischer oder anthropologischer Natur, haben denn auch mittlerweile nicht nur im Denken über Kunst ihren selbstverständlichen Platz gefunden, sondern sind mittlerweile selbst Thema und Material der Kunst geworden

Mit seinem Buch „Mensch und Kunst“ hat Dr. Hubert M. Spoerri eine Arbeit vorgelegt, worin solche anthropologischen, gestalterischen und sozialen Grundprozesse und ihre Bedeutung für die Künste untersucht werden. Gewiss hatten auch die großen kunstphilosophischen Entwürfe des 18. und 19. Jahrhunderts den Anspruch der vielschichtigen Komplexität der Kunst gerecht zu werden. Jedoch eignen sich deren statische Systematik und ihr Anspruch auf universelle Gültigkeit nur noch partiell zum Verständnis der Gegenwartskunst und ihrer vielen Spielarten.

Dr. Spoerri, der als Dozent an der Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg tätig ist, geht es in seinem Buch nicht um einen solchen hermetischen Systementwurf. Vielmehr ist seine Untersuchung das Ergebnis eines dynamischen, funktionellen Denkens, das methodisch der komplexen Interdependenz der erforschten Prozesse gerecht werden will und dabei eher beschreiben als beweisen möchte.

Der Autor geht in seiner Arbeit von einigen Voraussetzungen aus, welche die Untersuchungen als eine Art Leitmotiv begleiten. Dazu gehört u.a. der Anspruch, den Menschen umfassend und allgemein verstehen zu wollen. Als methodischer Leitfaden dient Spoerri dabei die Trichotomie, also jenes Strukturmodell wonach der Mensch durch die Dreiheit von Leib, Seele und Geist gekennzeichnet ist sowie die Auffassung, dass der eigentliche Schlüssel zum Verständnis des Menschen nicht in den Naturwissenschaften, sondern in der Kultur zu finden ist.

Nachdem der Autor in den ersten Kapiteln seine Ausgangshypothesen für die nachfolgenden Untersuchungen und die damit zusammenhängenden methodischen, philosophischen und anthropologischen Fragen dargelegt hat, beschreibt er in den darauffolgenden Kapiteln die Grundstruktur des künstlerischen Menschen sowie die künstlerischen Grundprozesse, die dabei eine Rolle spielen. In klar strukturierten Kapiteln und mit einer fein differenzierten Sprache entwirft Hubert Spoerri ein breit angelegtes Bild vom Menschen als ein ästhetisches und von der Kunst als ein anthropologisches Phänomen, wobei er deren vielfältige Verknüpfungen und Manifestationen aufzeigt. Neben grundsätzlichen Überlegungen, die vor allem von den künstlerischen und sozialen Grundprozessen handeln, stellt der Autor immer wieder Bezüge zu aktuellen sozialen, politischen und künstlerischen Erscheinungen her.

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