Ängste und Kindheit und das Erwachsene

Robert Ansorge stellt im Kunstbus Stade aus

Robert Ansorge studiert Kunst im Sozialen. Kunsttherapie und Kunstpädagogik im 5. Semester an der HKS, Ottersberg, derzeit bei Prof.in Cony Theis.

"Ich entschied mich für den Studiengang, weil ich mit Menschen auf Augenhöhe arbeiten will und um mit ihnen Kunst zu machen. Kunst hat die Fähigkeit, scheinbar komplexe innerliche Probleme einfach werden zu lassen und kann neue heilende Ressourcen offenlegen. Diese Potentiale erscheinen mir äußerst reizvoll.

In diesem Semester geht es jedoch ausschließlich um die Kunst, auch wenn psychologische Kerngedanken eine wesentliche Rolle spielen. In meinen Arbeiten geht es um das Thema Ängste und um Kindheit und das Erwachsene.
Ich begann mit dem Versuch, zu zeichnen wie ein Kind. Dabei rückte bei mir eine Frage immer mehr in den Fokus: Was bleibt beständig und was verändert sich? Ein wesentlicher Aspekt war die Angst. Ängste entwickeln, reifen oder verstärken sich oder sie werden zur Antithese beim heranwachsenden Individuum.
So begann ich mit dem provisorischen Bau eines Briefkastens aus einer alten Kiste. Dann fertigte ich unzählige Pappkärtchen an, lief durch die Hochschule und ließ meine Kommilitoninnen und Kommilitonen diese Pappkärtchen ausfüllen. Jeder sollte kenntlich aufschreiben, wovor er als Kind Angst hatte und welche seine aktuelle, erwachsene Angst ist. Das Ergebnis waren etwa 120 Kärtchen, die ich wie einen kleinen Schatz hütete. Diese Kärtchen waren etwas ganz Besonderes. Sie waren für mich ungemein ausschluss- und erkenntnisreich, und das Kostbarste: Ehrlich und von einer beeindruckender Authentizität.

Nun kam für mich der wirklich schwere Teil: Die Umsetzung. Die beiden wichtigsten Formalien waren das kindliche Zeichnen und der Kontrast schwarz (Acrylfarbe+Wasser) und weiß (Stifte mit sehr weicher Mine, Kreide und Edding). Das kindliche Zeichnen und Malen sollte ausdrücken, dass Ängste oft eine kindliche Seite von Hilflosigkeit, Irrationalität aber auch vom hohen kreativen Potential haben. Der schwarz/weiß-Kontrast entstand aus den Überlegungen von Polarität, Schlichtheit und einer großen narrativen Kraft. Das Arbeiten kostete mich viel Energie, da ich mich in jene Ängste versuchte einzufühlen, um die Stimmung würdevoll rüber zu bringen.
Doch die Mühe war dies alles wert, zumindest für mich: Ein zentraler Punkt aller Ängste, ob Kindheit oder Erwachsensein, ist für mich Einsamkeit in unglaublich vielen Variationen. Bestimmt wirken viele Bilder im ersten Moment düster und verzweifelt, jedoch erhoffe ich mir einen zweiten und beruhigenden Blick: Der, das wir begreifen, dass wir nicht allein sind und mehr miteinander teilen, als es oft den Anschein hat. Jeder hat Ängste, die Frage ist jedoch, wie gut wir gelernt haben, diese zu verstecken.

Das ist ein Versuch des Offenlegens und Berührens, mein Kerngedanke, meine künstlerischen Arbeit."
Robert Ansorge
Ansprechpartner/in
Prof.in Cony Theis
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Berühren und Festhalten lautete das Thema eines Theaterprojekts, das Prof. Peer de Smit und Rée de Smit zusammen mit Studierenden der HKS im Herbst 2017 am AMEOS Klinikum durchgeführt haben.

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Sieben Studierende der HKS Ottersberg flogen im November 2017 nach Venezuela! Nach 2010 und 2013 fand der Austausch mit der Universidad de Zulia nun schon zum dritten Mal statt. 

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